Praxisklinik für Gastroenterologie und Proktologie in Leipzig
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Achalasie

Achalasie - wenn Essen in der Speiseröhre stecken bleibt

Definition

Die Achalasie ist eine Erkrankung, die mit erheblichen Schluckstörungen (Dysphagie) und Regurgitationen einhergeht. Dies sind die Leitsymptome. Manchmal müssen Patienten aktiv erbrechen, um eine in der Speiseröhre fest sitzende Speise zu mobilisieren.

 

Epidemologie

Sie trifft Frauen und Männer gleichzeitig und ist eine sehr seltene Erkrankung mit einer Häufigkeit von 1:100.000.

 

Pathophysiologie

Man unterscheidet 3 Subtypen:

  • den gut zu behandelnden spastischen Typ (Typ II)
  • den dilatativen Typ (Typ I)
  • den okkludierenden Typ (Typ III).

Die Funktion der Muskulatur der Speiseröhre wird durch ein eigenes Nervensystem gesteuert. Dabei gibt es 2 Typen von Nervenzellen, diejenigen,  die in Muskelzellen Impulse zur Erschlaffung geben, und diejenigen, die eine Kontraktion der Muskelzellen veranlassen. Durch einen autoimmunen Prozess, der nicht näher bekannt ist, degenerieren die Nervenzellen für die Erschlaffung der Muskulatur. Damit kommt es zu einem Übergewicht der Impulse durch Nervenzellen, die eine Muskelkontraktion auslösen. Dieser Mechanismus trifft vor allem für den Typ II der Achalasie zu. Die Ursachen von Typ I und III sind dagegen heute noch wenig verstanden.

 

Diagnostik:

Basis aller Diagnostik ist die Gastroskopie (Magenspiegelung), gefolgt von der Manometrie beziehungsweise der Röntgenuntersuchung (Abb.1  Achalasie- Endoskopie, Abb. 2 Achalasie-Röntgen 1, Abb. 3 Achalasie Röntgen-2). Typisch im Röntgen sind die massiven Strukturstörungen der Speiseröhre.

Therapie

Die effektivste und leichteste Therapie ist die Ballondilatation.  Im Rahmen einer Gastroskopie (Magenspiegelung) unter Röntgen- Führung wird über einen Führungsdraht der Ballon in die Speiseröhre eingeführt und mit Luft gefüllt. Dabei erfolgt die Druckkontrolle manometrisch. Üblicherweise sind 2-3 Sitzungen erforderlich, um eine deutliche Beschwerdefreiheit herbeizuführen. Nicht durchgesetzt hat sich die Botulinum-Injektion (Pasricha 2002). Ein weiteres endoskopisches Verfahren, die perorale endoskopische Myotomie, ist extrem zeitaufwendig und nur in wenigen Zentren verfügbar. Alternativ wird bei Versagen der Ballondilatation die laparoskopische Kardiomyotomie nach Heller durchgeführt.

Warum bevorzugen wir die Ballondilatation?

  • Effektiv nach 2 - 3 Sitzungen deutliche Beschwerdebesserung oder Beschwerdefreiheit
  • In der Hand des Geübten geringe Komplikationsrate.

Kontakt

Praxisklinik für Gastroenterologie
Prof. Dr. Thomas Körner

Goldschmidtstr. 30
04103 Leipzig
Tel.: 0341 6790 2210
Fax: 0341 6790 2551
EMail: praxis@gastrodoc-leipzig.de
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