Praxisklinik für Gastroenterologie und Proktologie in Leipzig
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Condylomata acuminata

Condylomata/Feigwarzen – eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten

 

Definition der Condylomata acuminata

Condylomata acuminata oder Feigwarzen: Papillomatöse Plattenepithelwucherungen der äußeren Genitale, ausgelöst durch humane Papillomaviren.

 

Epidemiologie

Große Häufigkeit, die genaue Prävalenz ist unbekannt. Die virale Prävalenz bei geschlechtsaktiven Frauen beträgt 40–60 %, bei verheirateten Männern 5–20 %. Erkrankungsbeginn i. d. R. nicht vor sexueller Aktivität. Risikofaktoren sind ähnlich wie bei anderen sexuell übertragbaren Krankheiten: junge sexuell aktive Menschen mit häufigem Partnerwechsel, fehlende Zirkumzision (Beschneidung), fehlender Gebrauch von Kondomen, Homosexualität.

 

Diagnostik

Proktologische Basisuntersuchung, (partielle) Koloskopie, Proktoskopie. Die hochauflösende Videotechnik mit Farbfiltern erlaubt die Entdeckung kleinster Veränderungen, die sich dem Auge entziehen.

Ätiologie der Condylomata acuminata

Humane Papillomaviren:

DNA-Viren aus der Gruppe der Polyomaviren. Mehr als 100 Typen an Papillomaviren sind bisher bekannt. Sexuelle Übertragung, v. a. Typ 6, 11, 42–44 verursachen die typischen papillomatösen Läsionen. Die Papillomaviren sind sehr widerstandsfähig und können über Finger oder unbelebte Vektoren übertragen werden.

 

Krebs- Risiko:

Humane Papillomaviren spielen in der Entstehung des Peniskarzinoms und des Zervixkarzinoms der Frau eine wichtige Rolle. Im Analbereich können Analrandkarzinome und Analkanalkarzinome sowie Rektumkarzinome entstehen.  Die Entstehung der Krebsleiden erfolgt über Vorstufen, sogenannte Dysplasien oder intraepitheliale Neoplasien.

HPV- DNA ist bei fast 100 % der Präkanzerosen und bei 50 % der invasiven Karzinome nachweisbar. Die typische klinische Läsion bei onkogenen „krebsauslösenden“ Papillomaviren sind flache Warzen, Condylomata plana, sie werden vor allem von den Serotypen 16, 18, 31 und 33 verursacht. Die gegenseitige Übertragung von der Frau auf den Mann und umgekehrt ist nachgewiesen.

 Abb. 3 - 5  Massive Condylomentwicklung im äußeren  und inneren Analbereich

Therapie:

Lokale Entfernung in Sedierung und Lasertherapie durch Koloskopie und Proktoskopie

Medikamentöse Therapie mit Imiquimod (nur im Hautbereich, nicht in der Schleimhaut): Aldara 5 % Creme 3x/Woche über 16 Wochen. Die immunmodulatorische (Immunsystem verändernde) Wirkung bewirkt die Ausschüttung von Interferonen und Tumornekrosefaktoren. Dies führt zu einer Heilung von 35–50 %, wie in mehreren randomisierten Studien demonstriert werden konnte.

 

Modifiziert nach: Condylomata acuminata  (Höpfl u.a., 2001) (Micali u.a., 2004).

Kontakt

Praxisklinik für Gastroenterologie
Prof. Dr. Thomas Körner

Goldschmidtstr. 30
04103 Leipzig
Tel.: 0341 6790 2210
Fax: 0341 6790 2551
EMail: praxis@gastrodoc-leipzig.de
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