Praxisklinik für Gastroenterologie und Proktologie in Leipzig
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Divertikelkrankheit

Die Divertikelkrankheit – eine Volkskrankheit

 

Definition

Eine Divertikulitis ist eine Entzündung von Ausstülpungen der Darmwand, sogenannten Divertikeln (Divertikulose). Die Entzündung kann dabei auf die Umgebung der Divertikel beschränkt bleiben (Peridivertikulitis) oder sich über die Darmwand ausdehnen und zu einer Entzündung des Bauchfelles, einem Darmverschluss oder anderen Komplikationen führen.

In über 90% der Fälle treten die Divertikel im unteren Abschnitt des Dickdarms auf, dem sogenannten Sigma. Sie können jedoch in allen Abschnitten des Dickdarmes außer im Rektum vorkommen.

Darmdivertikel sind in der Bevölkerung recht häufig, besonders bei älteren Menschen: Ungefähr 30% der 60- Jährigen sind davon betroffen, bei den über 85- Jährigen sind es sogar 65%.

Klinische Symptome

Die Patienten leiden unter gleichmäßigen dumpfen Schmerzen im linken Unterbauch. Gelegentlich können die Schmerzen jedoch auch im rechten Unterbauch auftreten. Manchmal haben die Patienten Fieber, einige berichten über Stuhlunregelmäßigkeiten wie Verstopfung, Durchfall oder Blähungen. Bei einigen Patienten befinden sich Eiter oder Schleim im Stuhl.

Diagnosestellung

Neben der klinischen Untersuchung durch den Arzt spielen Ultraschall, Labor und Koloskopie sowie Computertomografie eine wichtige Rolle. Der Arzt wird entscheiden, welche der Methoden zu welchem Zeitpunkt zum Einsatz kommen. Auf dem Boden dieser Diagnostik kann das Stadium 0, I, IIa bis IIc und III der Divertikulitis festgelegt werden. Im Stadium IIb und IIc können häufig Notfälle wegen eines Durchbruches vorliegen. Im Stadium III liegt eine immer wiederkehrende Divertikulitis, eventuell mit Fisteln zur Harnblase vor.

 

Therapie

Eine unkomplizierte Divertikulitis im Stadium I und IIa kann mit Antibiotika und antientzündlichen Medikamenten behandelt werden. Bei akuten Komplikationen muss operiert werden, dabei ist ein vorübergehender künstlicher Darmausgang (Anus praeter) häufig nicht zu vermeiden. Eine Operation im akuten Stadium einer Entzündung wird nach Möglichkeit vermieden. Abszessbildungen können ohne Operation dräniert werden (Ultraschall-gezielte Punktion). Bei chronischen Komplikationen, wie Blasenfisteln, muss ebenfalls operiert werden. Der divertikeltragende Anteil des Darmes wird dabei laparoskopisch entfernt.

Zusammenfassung:

Bei Schmerzen im linken Unterbauch sollte der Arzt, am besten ein Gastroenterologe, kontaktiert werden. Er kann zeitnah diagnostische und therapeutische Maßnahmen, wie die Koloskopie und die Antibiotikatherapie, einleiten. Wird die Behandlung verzögert, können sich Komplikationen oder eine Chronifizierung entwickeln.

 

Quelle: modifiziert und überarbeitet nach Internisten im Netz (BDI)

Kontakt

Praxisklinik für Gastroenterologie
Prof. Dr. Thomas Körner

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