Praxisklinik für Gastroenterologie und Proktologie in Leipzig
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Enddarmerkrankungen - Analvenenthrombosen

Enddarmerkrankungen (proktologische Erkrankungen/Proktologie)

Probleme an einer empfindlichen Stelle des Körpers - Teil 2: Analvenenthrombosen


Plötzlich tritt eine schmerzhafte Vorwölbung am After auf. Das ist sehr unangehm und beunruhigend - denken die meisten Patienten. Häufig handelt es sich hierbei um eine Analvenenthrombose. Das Risiko, eine Analvenenthrombose zu entwickeln, steigt bei sitzender Beschäftigung oder ausgedehntem Fahrrad-und Motorradfahren. Andere Ursachen sind starkes Anwenden der Bauchpresse, z.B. bei einer Geburt oder beim Sport, oder auch sexuelle Manipulationen.

Was ist eine Analvenenthrombose?


Die Analvenenthrombose entsteht, wenn das Blut in den Perianalvenen plötzlich gerinnt und das Gefäß verstopft. Im Gegensatz zu anderen Thrombosen, hat die Analvenenthrombose keinen Bezug zu bösartigen Erkrankungen oder Gerinnungsstörungen des menschlichen Körpers.
Der betroffene Venenplexus (rektales Venengeflecht) liegt im Bereich der ano-kutan Linie. Die Linea anocutanea ist die untere Grenze des Analkanals. Oberhalb (nach oral) der Linea anocutanea befindet sich das unverhornte hochsensible Plattenepithel des Anoderms. Es bildet sich ein manchmal schnell wachsender schmerzhafter Knoten der bis pflaumengroß anwachsen kann. Häufig bestehen diese Thrombosen nur aus einer Kammer. Davon sind thrombosierte, vorgewölbte und eingeklemmte Hämorrhoiden zu unterscheiden.

Behandlung der Analvenenthrombose


Die Analvenenthrombose sollte so schnell wie möglich saniert werden. Solange die Thromben noch frisch sind, lassen sie sich leicht durch eine lokale Betäubung (Lokalanästhesie) mit anschließender langstreckiger Eröffnung des Thromboseknotens sanieren. Häufig entleert sich nach Druckentlastung bereits spontan ein blau schwarzer Thrombus, in den meisten Fällen gelingt es mit chirurgischen Instrumenten weitere Thromben auszuräumen. Die Vorgehensweise von der Applikation der Lokalanästhesie bis zur Eröffnung des Thrombus mit dem Skalpell und dessen Entfernung sind in den  Abbildungen 2 - 4 schrittweise nachzuvollziehen.

Prognose


Grundsätzlich ist eine Analvenenthrombose zwar schmerzhaft und unangenehm, jedoch ein gutartiges Leiden. Die Prognose ist sehr gut. Sofern eine korrekte Ausräumung erfolgen kann, kommt es an dieser Stelle nur sehr selten zu einem Rezidiv. Nach dem Eingriff kann es etwas Nachbluten, da der Schnitt selbst zur Eröffnung des Thrombus eine leichte Blutung verursacht. Nach 3-4 Tagen sind jedoch die Beschwerden komplett rückläufig.

Kontakt

Praxisklinik für Gastroenterologie
Prof. Dr. Thomas Körner

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